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DLG-Agrifuture Concept Winner 2025

Gewinner des Zukunftspreises Agrartechnik

Aus einer Shortlist von acht nominierten Innovationen wurden mittels eines Online-Votings die fünf Gewinner des „DLG-Agrifuture Concept Winner“ Awards für landtechnische Pionierarbeiten und Zukunftsvisionen ermittelt. Die Auszeichnung konzentriert sich auf die technischen Möglichkeiten in den kommenden fünf bis zehn Jahren und nimmt die realistischen Umsetzungschancen in den Blick. 

Produktfotos in hoher Auflösung

Gewinner 2025

AEF - Agricultural Industry Electronics Foundation e.V., TU München, Fendt - AGCO GmbH, LACOS GmbH, OSB connagtive GmbH, Claas KGaA, Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG, Satel Oy und andere Partner

FieldDataSync – M2M Communication to autonomize cooperative field work

Halle 21 | Stand C26

Insbesondere in Europa sind gemischte Flotten von Landmaschinen verschiedener Hersteller üblich. Dieser Ansatz bietet zwar Flexibilität und ermöglicht die Auswahl der am besten geeigneten Geräte für jede Aufgabe, stellt aber auch erhebliche Herausforderungen für die Integration digitaler Landwirtschaftslösungen dar. Dass Spezialfunktionen nur allzu oft über proprietäre Systeme angesprochen werden können, hat unmittelbar Probleme in Kompatibilität und Interoperabilität zur Folge, sprich, dass der Austausch von Prozessdaten oder die Kooperation von Maschinen nicht möglich ist. Diese digitale Fragmentierung bremst den Fortschritt in der Landwirtschaft und verhindert die Nutzung eines Großteils des Potenzials moderner Technologien.

Das Projekt FieldDataSync zielt darauf ab, eine Kommunikation zwischen Landmaschinen per Funkverbindung zu etablieren, um auf diese Weise ein kooperatives Arbeiten zu ermöglichen. Es unterstützt den Austausch kritischer Daten wie Feldgrenzen für koordinierte Aufgaben wie Section Control unter mehreren Maschinen. Weitere Funktionen umfassen Video-Streaming und den Austausch von Positionsdaten, um beispielsweise das Entladen in Transportfahrzeuge, das Gruppenmanagement und die Diagnose zu optimieren. Durch den markenübergreifenden Ansatz des Standards werden gemischte Flotten unterstützt, Entwicklungskosten reduziert und die Interoperabilität verbessert. Gleichzeitig werden die Anforderungen an funktionale Sicherheit und Cybersicherheit erfüllt.

FieldDataSync-Maschinen stellen somit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem vollständig autonomen Feldbetrieb dar. Das Projektkonsortium zielt darauf ab, Branchenstandards über den AEF e. V. zu setzen und wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert.

AMAZONEN-WERKE H. DREYER SE & Co. KG

SoilDetect

Halle 9 | Stand D32

In Kooperation mit exatrek - EXA Computing GmbH

Für die Erstellung von Ertragspotenzialkarten werden bisher entweder geoelektrische Messungen oder Satellitendaten verwendet. Obwohl Grubbersensorik in der Praxis zunehmend verfügbar ist, wurden diese Prozessdaten bisher nicht zur Abgrenzung von Teilflächen genutzt, und auch Traktordaten wie Dieselverbrauch, Motordrehzahl, Motorauslastung und Geschwindigkeit gehen nicht in diese Berechnungen ein.

Das SoilDetect-System von Amazone ermöglicht erstmals eine Fusion aller oben genannten Daten. Mithilfe eines Multisensorsystems am Bodenbearbeitungsgerät werden kleinräumige Bodendaten wie Bodenleitfähigkeit und -widerstand sowie Hangneigung und Arbeitstiefe erfasst und mit Traktorprozessdaten verknüpft. Alle Messungen werden georeferenziert und mit Höhendaten abgespeichert und die so entstandenen Geländemodelle per Telemetrieanbindung an ein Auswertungssystem übermittelt. Dieses bezieht Satelliten-, Bodenschätzungs- und Klimadaten sowie betriebsspezifische Informationen mit ein, um mit KI-Unterstützung und vollautomatisch Ertragspotenzial- und Feldbodenkarten zu erstellen. Mithilfe von feldspezifischen Notizen des Betriebsleiters oder der Ergebnisse von Bodenanalysen an Referenzpunkten wird die Genauigkeit der Ergebnisse noch weiter optimiert.

Die Implementierung eines geoelektrischen Messsystems in einen Standardgrubber ermöglicht damit erstmals unkomplizierte Messungen während der Bodenbearbeitung und damit die Erstellung von Ertragspotenzialkarten für den teilflächenspezifischen Pflanzenbau. Durch eine Automatisierung von Datentransfer und die Fusion mit weiteren Informationsquellen können ohne weitere Spezialkenntnisse eine Entscheidungsgrundlage geschaffen sowie Ressourcen gezielt und bedarfsgerecht eingesetzt werden.

AI.Land

DAVEGI

Halle 21 | Stand F26

Der derzeitige konventionelle Gemüseanbau ist mechanisiert, aber nicht vollständig autonom, arbeitsintensiv, insbesondere bei Pflanzung, Pflege und Ernte, häufig mit ineffizienter Ressourcennutzung verbunden und stark abhängig von zentralisierten Logistik- und Verpackungssystemen.

Das DAVEGI-System von AI.Land soll künftig die nötigen Schritte des Gemüseanbaus von der Bodenvorbereitung bis hin zur Direktlieferung erstmals in einem ganzheitlichen Ansatz zusammenfassen und so einen ganz neuen Prozess der lokalen Lebensmittelversorgung ermöglichen. Es basiert auf einem Roboter-Erntehelfer, das heißt einer autonomen, energieautarken Spot-Farming-Plattform, die darauf trainiert ist, die Sensibilität und Geschicklichkeit des Menschen beim Pflücken nachzuahmen und so eine schonende und selektive Ernte zu ermöglichen. Es ist darauf angelegt, vor allem die Nachernteschritte wie zentrale Logistik, Vertriebszentren und den Einzelhandel zu ersetzen. Stattdessen werden maßgeschneiderte Gemüsekisten geerntet, verpackt und innerhalb weniger Stunden ausgeliefert – ohne Einwegverpackungen. Dies verkürzt den Weg vom Feld auf den Tisch und schafft große ökologische und ökonomische Vorteile: weniger Emissionen, effizientere Ressourcennutzung und eine stärkere Widerstandsfähigkeit der lokalen Landwirtschaft. Das System befindet sich aktuell auf dem Weg zum Technologiereifegrad 6, das heißt kurz vor einem funktionsfähigen Prototypen.

Durch die Integration der gesamten Wertschöpfungskette in eine lokalisierte Plattform unterstützt DAVEGI ein nachhaltiges Kreislaufwirtschaftsmodell und verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit für Landwirte und den Zugang zu Lebensmitteln für Verbraucher.

SLS Systementwicklungen GmbH

SLS-NextDrip

Halle 12 | Stand B71

Die Tropfbewässerung stellt die Bewässerungsmethode mit der höchsten Wassereffizienz dar. Aufgrund des immensen Aufwands beim Ein- und Ausbau der Tropfbewässerungssysteme werden diese Systeme aktuell vor allem in Entwicklungsländern mit niedrigem Lohnniveau genutzt, insbesondere weil die Systeme auf dem Feld weitgehend in Handarbeit montiert werden müssen. In der Intensivlandwirtschaft ist dieser Aufwand nicht rentabel und stößt auch in Bezug auf standortspezifische Anpassungen vor allem dann an Grenzen, wenn das Layout zu komplex und die Vor-Ort-Montage damit fehleranfällig wird.

Mit NextDrip hat SLS den gesamten Prozess der Installation und des Wiederausbaus von Tropfbewässerungssystemen neu gedacht und den Montageprozess vom Feld in die Fabrik verlegt. Dort werden vorgefertigte Einheiten mehrerer nebeneinander liegender Tropfleitungen auf die feld- und positionsindividuelle Länge zugeschnitten und mit Armaturen und Verteilerschläuchen montiert. Mithilfe einer Spezialmaschine kann die Platzierung im Feld effizient erfolgen. Darüber hinaus bietet diese Art der Installation die Option, die Leitungen mit Metallmarkierungen zu versehen, die sowohl für Detektionssysteme als auch für die vollmechanisierte Rückholung mit magnetischer Aufnahme der Leitungsenden wichtig sind. Durch die Vormontage im Werk können außerdem Feldgeometriedaten sowie Boden- oder Ertragskarten für die kontrollierte Installation standortspezifischer Tropfer oder Ventile entsprechend den Ertragszonen genutzt werden.

Insgesamt reduziert NextDrip von SLS den Arbeitsaufwand und insbesondere die Handarbeit bei Installation und Rückholung von Tropfbewässerungssystemen auf ein Minimum und schafft über die Verlagerung des Montageprozesses ins Werk zudem die Möglichkeit, die Tropfleitungen spezifisch an die Standortbedingungen anzupassen.

Zürn Harvesting GmbH & Co. KG

ZÜRN SEED SELECT

Halle 13 | Stand C25

In Kooperation mit TU Dresden und EXAgT GmbH

In der Landwirtschaft zielen bisher alle gängigen Ansätze des vorbeugenden und behandelnden Pflanzenschutzes darauf ab, die Produktion weiterer Samen durch gekeimte Unkräuter zu verringern oder zu verhindern. Die Verbreitung von Unkrautsamen über Erntemaschinen jedoch wurde dabei bislang nicht berücksichtigt.

Das Konzept Seed Select von Zürn adressiert dieses Problem nun erstmals mithilfe zweier Trommelsiebe, die in einer kompakten Einheit hinter den Sieben eines Mähdreschers montiert werden. Die Unkrautsamen fallen durch diese Siebe, während Stroh und Spreu die Trommeln passieren und zurück in den Spreuverteiler geleitet werden. Das abgetrennte Material in einer Devitalisierungseinheit abgetötet und kann anschließend als organisches Material auf dem Feld ausgebracht werden, ohne dass die Gefahr einer Keimung besteht. Durch einen geringen Platz- und Leistungsbedarf sowie einen modularen Aufbau lässt sich das System leicht an eine Vielzahl von Mähdreschern anpassen, ohne die normale Funktion des Reinigungssystems oder der Kornverlustsensoren zu beeinträchtigen.

Mit dem Zürn Seed Select wurde das erste System für die Unkrautsamenkontrolle während der Ernte vorgestellt, welches das Potenzial hat, den Unkrautzyklus zu durchbrechen und die Feldhygiene zu verbessern.